Kommuniqué des erzbischöflichen Büros vom 11. Oktober 2019

 

 

Liebe Väter, Brüder und Schwestern,

 

 

Sie haben am Mittwoch, 10. Oktober 2019, ein mit „Kommuniqué des erzbischöflichen Rats“ betiteltes Dokument durch Vater Serge Sollogoub, der nicht mehr zum Rat des Erzbistums gehört, zugeschickt bekommen. In diesem Schreiben geht es um eine Zusammenkunft des Rats der Erzdiözese, die am vergangenen 30. September stattgefunden haben soll.

 

 

Doch der Rat des Erzbistums konnte sich am vergangenen 30. September überhaupt nicht versammeln, da die Sitzung annuliert worden war. Der Rat wird sich am 21. Oktober unter dem Vorsitz von Erzbischof Johannes zu einer Sitzung zusammenfinden. Zudem sind die Väter Alexander Fostiropoulos, Christophe d’Aloisio und Serge Sollogoub nicht mehr Mitglieder des Rats. Sie waren es auch nicht mehr, als die Ereignisse stattgefunden haben.

 

 

Was Metropolit Emmanuel angeht, so ist er nicht Locum tenens des Erzbistums. Dem Erzbistum steht ein Erzbischof vor, der nicht ersetzt werden muss; und niemals hat der Rat des Erzbistums als solcher in gültiger Weise eine solche Ernennung erbeten. Eine solche Bitte ist hingegen ausdrücklich in unseren Statuten (Art. 52) vorgesehen. Metropolit Emmanuel kann schließlich das Erzbistum nicht und in keinem Falle vertreten, welches am 8. Oktober durch den Heiligen Synod des Moskauer Patriarchats in das Moskauer Patriarchat aufgenommen wurde. Metropolit Emmanuel gehört zum Patriarchat von Konstantinopel.

 

 

Es sei schließlich in Erinnerung gerufen, dass der Locum tenens ad interim die laufenden Arbeiten ausführt und keine Ernennung, keine Versetzung oder Zurückrufung von Priestern vornehmen kann. Das ergibt sich ebenfalls aus unseren Statuten (Art. 53). Er kann somit keinerlei Initiative ergreifen hinsichtlich der „Wahrung ihrer [der Erzdiözese] Interessen und der Regelung ihrer zur Zeit sehr unsicheren Situation“. Es sei daran erinnert, dass Metropolit Emmanuel am vergangenen 5. Oktober „Kleriker und Laien des ehemaligen Exarchats der Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa in Frankreich“ – wie auf der Internetseite der griechischen Metropolie von Frankreich zu lesen ist – versammelt hat und „diese Kleriker, infolge der letzten Ereignisse, die Beschlüsse des Heiligen Synods des ökumenischen Patriarchats akzeptiert haben, und sie, gemäß den Heiligen Canones, an der Form ihres Zusammenschlusses innerhalb der Metropolie von Frankreich gearbeitet haben“. Diese Kleriker, darunter die Verfasser des „Kommuniqués“, gehören demnach nicht mehr zu unserem Erzbistum, sondern zur griechischen Metropolie.

 

 

Nichts hinsichtlich dessen, was in diesem „Kommuniqué“ geschrieben steht, gestattet also den Verfassern dieses „Kommuniqués“ zu behaupten, sich „an die Statuten der 'Union Directrice Diocésaine des Associations Orthodoxes Russes en Europe Occidentale' zu halten“: zuallererst, weil das, was sie schreiben, diametral den Statuten dieser 'Union' entgegensteht, und dann, weitergefasst, weil sie nunmehr diese Statuten verworfen haben, indem sie die Beschlüsse des Heiligen Synods des Ökumenischen Patriarchats akzeptiert haben.

 

 

Gleichermaßen wurden in diesem „Kommuniqué“ Worte gebraucht, die als Verleumdung von Erzbischof Johannes aufgefasst werden können bezüglich eines sogenannten „Druckes“, den er ausüben würde, oder bezüglich eines „lautstarken Protestes“, den er am vergangenen 8. Oktober veranstaltet haben soll, als er zum Fest des hl. Sergius in die Gemeinde gleichen Namens in Paris kam. Die Wortwahl wahrt keine Neutralität und macht jene, die sie gebrauchen, verantwortlich.

 

Nichts von alledem ist wahr: Ein Video wurde glücklicherweise aufgenommen, in dem im Gegenteil zu sehen ist, wie der Rektor der Gemeinde von Saint-Serge Erzbischof Johannes behindern wollte, als er im Begriff war, seinen Einzug zu halten auf den Hügel von Saint-Serge. Es gab keinerlei „lautstarken Protest“.

 

 

Erzbischof Johannes respektiert zutiefst und aufrichtig die Wahl einer Minderheit von Mitgliedern des Erzbistums, sich den griechischen oder rumänischen Metropolien anzuschließen. Jene von den Mitgliedsgemeinden, die noch nicht ihre Wahl getroffen haben, sollten nicht unter dem Druck oder der Verweigerung weder einiger ihrer Mitglieder, noch ihrer Rektoren leben müssen. Sie müssen frei und friedlich ihre Wahl treffen können.

 

 

Nicht alles ist erlaubt, auch dann nicht, wenn man nicht die gleiche Meinung vertritt. Eine Minderheit von Klerikern und Laien kann und wird einer breiten Mehrheit des Erzbistums, die sich zum wiederholten Mal bis jetzt zu Wort gemeldet hat, nicht Sichtweisen auferlegen, die dem entgegenstehen, was diese breite Mehrheit beschlossen hat.

 

 

Die Diözesanverwaltung bleibt funktionsfähig unter der Verantwortlichkeit ihres Erzbischofs Johannes; und sie wird weiterhin darüber wachen, dass die Wahl des Erzbistums in seiner sehr großen Mehrheit respektiert wird. Sie wird das Erzbistum und, wenn nötig, seine Mitglieder verteidigen gegen jede Form von widerrechtlicher Inbesitznahme.

 

 

 

Erzpriester Jean Gueit – Vizepräsident des Rats der Erzdiözese

 

Erzpriester Theodor Van der Voort – Mitglied des Rat der Erzdiözese

 

Erzpriester Nicolas Cernokrak – Dekan des „Institut de théologie orthodoxe Saint-Serge“

 

Erzpriester André Drobot – Dekan der Gemeinden von Paris (Nord-Ost)

 

Nicolas Lopoukhine – Sekretär des Rats der Erzdiözese

 

Michel Ribault Menetière – Mitglied des Rats der Erzdiözese