Verlautbarung von seiner Eminenz
Erzbischof Johannes von Chariopolis
vom 28. Juli 2016

 

 

 

Seit Bekanntwerden der traurigen Nachricht des Attentats vom 14. Juli 2016 in Nizza habe ich die Gläubigen ermuntert zum Gebet und zur Eintracht. In solchen Augenblicken des Schreckens ziemt es sich, voller Mitleid und in brüderlichem, allumfassendem Zusammenhalt beieinander zu stehen.

 

 

 

Eines der Opfer des Attentats ist Herr Igor Chelechko, der einige Monate zuvor nach Nizza gekommen war und zum Moskauer Patriarchat gehörte.

 

 

 

Wir haben jüngst erfahren, dass die russische Botschaft beschlossen hat, den Verstorbenen noch heute auf dem Friedhof zu bestatten, der normalerweise unserer Gemeinde des hl. Nikolaus und der hl. Alexandra in Nizza gehört, ohne dass an die Zuständigen der Gemeinde die Bitte herangetragen worden wäre, ob eine Beerdigung auf diesem Friedhof möglich sei, der, das sei in Erinnerung gerufen, Privatgelände ist. Unter Umgehung der kirchlichen Canones und der Verhaltensregeln in der Kirche haben sich die Vertreter des Moskauer Patriarchats in Nizza Zutritt zum Friedhof verschafft, wo sie inmitten der Gräber unserer Angehörigen und Verwandten ein Grab für Herrn Igor Chelechko aushoben, wobei sie dafür die Gartenabfallgrube benutzten. Während zahlreiche Opfer des Attentats für ihre letzte Ruhe natürlich auf den städtischen Friedhöfen von Nizza beigesetzt wurden, kann es nur verwundern, dass die Vertreter des Moskauer Patriarchats das Drama von Nizza dazu benutzen, ohne Absprachen in unsere Kult- und Gedächtnisorte einzudringen.

 

 

 

Wir bedauern, dass der Klerus des Moskauer Patriarchats es noch einmal vorzieht, eher dem russischen Staat zu gehorchen als der kirchlichen Lehre, die zu Brüderlichkeit und Eintracht aufruft, indem er aus Gründen politischer Demonstration in einen Kultort eindringt, der nicht in seine Zuständigkeit fällt. Zusätzlich rufen wir in Erinnerung, dass auf dem Territorium Frankreichs Kirche und Staat getrennt sind.

 

 

 

Wir beten für die Seelenruhe des Gotteskindes Igor Chelechko und entbieten seiner Frau und seinen vier Kindern unser aufrichtiges Beileid.

 

 

 

Wir bitten den Vertreter des Klerus der Kathedrale des hl. Nikolaus des Moskauer Patriarchats zu Nizza, in diesen Zeiten der Unruhe mehr noch als sonst die Kult- und Gedächtnisorte zu respektieren, die nicht in seine kanonische Zuständigkeit fallen, und davon abzulassen, den Schmerz der Gläubigen politisch zu instrumentalisieren.

 

 

 

+Johannes von Chariopolis, Exarch des ökumenischen Patriarchen